AQUAGESUND – Bewegung im Wasser

 

Autor/in: DR. JOHANNES SOMMERMEIER (Facharzt Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin)

Ausgabe: Leben & Gesundheit, März/2022 - Wasser

Fast jeder von uns hat den Begriff Aquagymnastik schon einmal gehört. Ich empfehle meinen Patienten sehr oft Wassergymnastik, weil sie eine der sanftesten und effektivsten Sportarten ist. LuG-0322_NSP-Wassergymnastik

VON A BIS Z

Ganzkörpertraining gibt es im Wasser in den unterschiedlichsten Varianten: Beim Aquajogging unterscheidet man zwischen Laufen im tiefen Wasser mit einer Schwimmweste, die für den nötigen Auftrieb sorgt, und dem Joggen mit Bodenkontakt, auch Aquawalking genannt. Als Aquarobic und Aquastep bezeichnet man die Wasserversionen von Aerobic und Step im Fitnessstudio. Das Wasser-Workout ist der Fettkiller Nummer eins und verbraucht durch die Bewegung und das kühle Wasser viele Kalorien. Es eignet sich auch gut für Übergewichtige, da die Gelenke durch den Wasserauftrieb entlastet werden.

DIE VORTEILE

Beim Aquasport kommen Herz und Kreislauf optimal auf Touren. Zudem wirkt das kalte Wasser wie ein Gefäßtraining und die Massagewirkung des Wassers fördert die Durchblutung. Deshalb empfehle ich es vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Venenleiden, Gewebeschwäche und zu niedrigem Blutdruck. Außerdem fördert Aquagymnastik schonend die Beweglichkeit der Gelenke, da der Wasserauftrieb das Körpergewicht bis auf ein Zehntel gegenüber dem Gewicht an Land verringert und somit den Bewegungsapparat entlastet. Ideal bei Gelenk- und Wirbelsäulenproblemen. Aber auch bei der Betreuung von Profisportlern eignet sich Aquagymnastik hervorragend! Zum Regenerationstraining nach Verletzungen, um die Muskulatur fit zu halten, wenn der Stützapparat noch kein normales Training zulässt. Beispielsweise sehe ich bei der Betreuung von Marathonläufern und Beachvolleyballern beschleunigte Heilungsergebnisse nach Bänderrissen und Gelenkentzündungen. Aquasport ist aber auch ein sehr wirkungsvolles Training für unsere Ausdauer. Um die Fitness zu verbessern, sind besonders Übungen im tiefen Wasser sinnvoll. Je schneller die Bewegungen, desto mehr Kraft fordert der Wasserwiderstand. Jeder kann die Trainingsintensität einfach und individuell steigern: Je schneller das Workout, desto mehr Kraft ist nötig. Um alle Muskelgruppen zu kräftigen, kommen teilweise auch Spezialhanteln und Gewichtsmanschetten zum Einsatz.

Ganzkörpertraining gibt es im. Wasser in den unterschiedlichsten Varianten.

RISIKO UND NEBENWIRKUNGEN

Allerdings sollten wir darauf achten, dass das Wasser beim Aquasport nicht zu warm ist. Idealerweise liegt die Temperatur zwischen 27 und 29 °C. So verliert der Körper Wärme. Um das auszugleichen, benötigt er Energie und verbrennt dabei seine Fettreserven. Allgemein gilt: je kälter das Wasser, desto höher die Verbrennung und damit der Kalorienverbrauch. Kühleres Wasser regt außerdem den Kreislauf an. Eine sehr angenehme Eigenschaft für Ärzte ist, dass es kaum schlechte Nebenwirkungen oder Risiken gibt. Bezüglich Hallen- beziehungsweise Freizeitbädern und Haut beachten Sie bitte die Hinweise der Dermatologin Dr. med. Kerstin Haufe im Interview auf den Seiten 34–37. Und klar, offene Wunden, frische Operationen und Unfälle sind ein Ausschlusskriterium, bis die Haut vollständig verheilt ist. Aber wir haben keine Einschränkungen bei reduziertem Körpergewicht oder Beschwerden am Bewegungsapparat. Auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Rheuma und Asthma sowie für Schwangere, Ältere, Untrainierte und Übergewichtige als auch für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung ist Aquagymnastik bestens geeignet. Die Physiotherapeutin Amelie Feser hat nachfolgend einige Übungen zusammengestellt – probieren Sie es aus!

Sport im Wasser senkt das Verletzungsrisiko.

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