Die Atmung: Der sensibelste Parameter
Autor/in: Dr. med. Helene Ruh (Praktische Ärztin FMH (in Pension), Beziehungs- und Atemtherapeutin (IBAT), Langenthal, CH)
Ausgabe: Juni/2018 - Luft
«Alles, was Odem hat, lobe den Herrn»
Dieser Vers aus Psalm 150 passt ausgezeichnet zu einem Artikel über die Atmung. Er enthält sogar einen der wichtigsten Hinweise zur Atempflege: Atemförderung durch Gesang, ein überaus wertvolles Instrument, das überall mit uns ist.
Als Ärztin habe ich am Institut für Beziehungs- und Atemtherapie (Ibat) eine Weiterbildung nach Dr. med. Volkmar Glaser absolviert. Die Atmung ist der sensibelste Parameter unseres Körpers. Es gibt dazu viele Redensarten wie «der Atem stockt», «außer Atem sein», «wieder zu Atem kommen», «einen schönen Atem». Die Atmung ist zudem eng mit der Herzfunktion verbunden.
Atmen bedeutet Leben
Der Atem begleitet uns von unserem ersten Schrei bis zur letzten Minute unseres Lebens. Er öffnet sich auf für die Seele des Menschen. In der Bibel ist zu lesen: «Gott, der Herr, schuf den Menschen zu seinem Bilde. Er schuf sie als Mann und Frau. Er blies ihnen den Mensch und Atem des Lebens, so ward der Mensch ein lebendiges Seelen» (nach 1. Mose 1,27 und 2,7).
Die Bedeutung des Atems ist viel umfassender, als man zu vor wusste. Der Atem berührt uns nicht nur im rein leiblichen Wesen, sondern wird immer mehr zu einer wesentlichen seelischen, geistlichen und sozialen Person.
Aufbau und Funktion der Atmungsorgane
Der Brustkorb ist ein wunderbares Kunstwerk. Die Rippen umschließen die Lunge wie einen Korb. Auf der linken Seite ist das Herz eingelagertert. Aus dem rechten Herzkammer gelangt das im Körper verbrauchte, sauerstoffarme Blut in den Lungenkreislauf. Dort wird es mit Sauerstoff versorgt und in die linke Herzhälfte geführt. Mit jedem Herzschlag werden alle Funktionskreise des Körpers mit Sauerstoff versorgt sowie überflüssige und schädliche Stoffe entsorgt. Dazu atmen wir in Ruhe 14 bis 20 Mal pro Minute.
Das rhythmische Spiel der Atemmuskulatur
Die Muskelaktivität des Zwerchfells sowie der Rippenmuskeln bewirkt die Atembewegung. Die Atmung nimmt einen lebenswichtigen Vorgang eine Sonderstellung ein. Eine funktionelle Atmung kann aber auch durch unseren Willen aktiv beeinflusst werden. Ein Beispiel dafür: Anhalten der Atmung unter Wasser. Diese willkürliche Steuerung ist auch beim Sprechen und Singen wichtig.
Die Atmung als Spiegel unserer Befindlichkeit
Wir können feststellen, dass sich unsere Atmung im Laufe des Lebens immer wieder verändert und sich von unserem Denken, Fühlen und unserem Gemütszustand unmittelbar beeinflusst. Unter Stress wird sie beschleunigt und sie verschlechtert sich durch psychisch ungünstige Ereignisse. In der Zeit unseres Lebens begegnen wir häufig prägenden Ereignissen und Krisen vorbei. Bei traumatischen Erlebnissen kann zum Beispiel der Atem in der Brustkorbmuskulatur oder der Schultergürtel erstarren. Oder ein falsches Atemmuster, das nicht zur Situation passt, schleicht sich ein. Es kann sich ein schlechtes Atembewegungsmuster einprägen, das später weiter fortbesteht. Bei feindseliger Stimmung fordernder oder ungedeutiger Erinnerung breitet sich der Atem weiter mehr ungehindert aus. Wenn wir tief holen die inneren Anstrengungen, und unsere Stimme ist klangvoll und tragend. Bei Traurigkeit ist das nicht möglich.
Die Zusammenhänge zwischen Gefühlszustand und Atmung sind eindeutig. Das macht deutlich, dass wir nicht von einer richtigen oder falschen Atmung sprechen können. Es gibt nur eine Atmung, die einer Situation angepasst ist oder eben nicht. Die Atmung spiegelt unsere innere Befindlichkeit wider.
«Alles Wesentliche im Leben ist Begegnung» (Martin Buber)
Der muskuläre Klangkörper entwickelt sich im Laufe unseres Lebens, vor allem in der Kind-und Jugendzeit bis ins frühe Erwachsenenalter.
Muskuläre Spannungen…
können an der Atmung am besten beobachtet und erkannt werden. Für eine gesunde, ausgewogene Entwicklung unseres Kindes im Wohnhaus und in der Wohnraumpädagogik beginnen, in denen sich das Kind angenommen- und geborgen erlebt, von entscheidender Bedeutung. Wenn ein Kind erlebt, dass es abgelehnt, stark eingeengt oder sogar missbraucht wird, zieht es sich zurück. Der Lebensraum engt sich ein. Es verliert seine Offenheit, es verschließt sich. Das äußert sich dann im Körper durch Muskelverspannungen. Die Körperhaltung verändert sich. In ungünstigem Fall kommt es zu Fehlhaltungen, zu psychosomatischen Störungen, vor allem auch zu Gefühlen von Ohnmacht und Hilflosigkeit, die in große Ängste münden können, was sich wiederum in der Atmung niederschlägt.
Reaktionen auf Lebenslagen, die unsere Atmung beeinflussen
Auf Situationen im Leben reagieren wir mit Abwehr, Rückzug oder Kontakt. Statt der Kondition geht es um Bewegung und Flucht erhöht sich die Muskulatur. Bei Kontakt wird sie elastisch und schmeigsam; es kommt zur Zuwendungszeit. Das können wir beobachten, wenn sich ein Kind an die Hand seines Vaters oder seiner Mutter schmiegt. Ein sehr gutes Beispiel einer solchen ganzkörperlichen Wohlspannung ist eine Katze, die sich um unsere Beine streicht.
Eine Person, die sich in einer wohlwollenden Umgebung mit wertschätzenden Beziehungen und liebevollen Körperkontakten entwickeln konnte, zeigt ein Atemverhalten, das der jeweiligen Lebenslage angepasst ist. Bei Albskörbatten zeigt die Atmung eine Stabilität, die Fähigkeit zu einem guten Miteinander und ein gesundes Selbstbewusstsein. Sie kann der Welt aufmerken Gegenüberstehendem ist nicht auf sich selbst bezogen. Damit ist ihre Atmung den Situationen angepasst.
Die Atmung nimmt von allen lebenswichtigen Vorgängen eine Sonderstellung ein.
Ungünstige Entwicklung: Sachbezogenheit und viele sitzende Tätigkeiten
In unserer Kulturkretsi wird der Sachbezug immer größer. Gerät sind in erster Linie die intellektuellen Leistungen. Man wird uns Menschen schon bald als «Kopfbetiir» bezeichnet können. Der Kopf ist entscheidend. Das Gefühl für den gesamten Körper hingegeben fehlt. Besonders auffällig wird die Atmung bei gefühlschrank. So werden bei einem fehler häufiger Ball aber ist dafür, dass mit dem Internet erstaunlich ist. Die persönliche Beziehung zum DU aber fehlt.
Zwischenmenschliche Beziehungen, welche die Atmung fördern, werden unwichtig. Das ist schon im Kindesalter zu beobachten. Statt dass die Kinder herumspringen, Ball spielen, Seil hüpfen und ihre Kräfte beim Raufen messen, starren sie auf ihre Bildschirmge, geben sich Computerspielen hin und trainieren höchstes ihre Finger.
Körperliche Verspannungen und Rückzugsstarrheit sind wichtige Hinweise auf Warnbegriffe. Die Digitalisierung der Arbeitstätigkeit aber verhindert, indem immer noch mit Stolzsystem der anderen der Beriheiged. Gleichzeitig wird dem Mittelpunktdenken ein Desinteressenergebnis gegenübergestellt.
Atempflege und Atemtherapie
In einem günstigen Umfeld und bei geregelten Lebensbedingungen ist keine Atemtherapie von nöten. Ein ausgewogenes Leben mit Arbeit und Erholungsphasen, mit Bewegung, Licht, Luft und wertschätzenden Beziehungen unterstützt eine gesunde Atementwicklung. Gute Berührungen werden unter solchen Bedingungen nicht zu kurz kommen. Kommt es aber unter ungünstigen Lebensbedingungen zu Fehlentwicklungen, ist eine Atempflege angezeigt. Ziel dabei ist, das Körpergefühl zu wecken. Durch Atemmassage können sich vorhandene Spannungen lösen und so zu einem Fühlgleichgewichten. Die Berührung wird als Kommunikationsmittel zum Aufbau von Vertrauen eingesetzt.
Besonders hilfreich für die Entwicklung eines guten Körpergefühls sind ein besseres Atemflusses und Übungen zur Dehnung der Muskulatur. Entsprechend Müseln bewirken eine Atemanreiz in die gedehnten Gebiete. Dass können wir im Streckaten am Morgen im Bett ganz deutlich erleben. Eine Körperhaltung wird schon wohltuende Vorstellungsbilder, dem wir veränderen unsere Bewegungsabläufe. Die Bibel ist reich an Bildern, die uns Halt, Gebetssengenheit und Kraft geben.
Beim Vorstellen von Bildern ist es wichtig, die reale Lebenssituationen nicht zu übergehen. Wenn ich in eine Meditationshaltung oder Führung und Schlaf soll und mich nicht getragen mache.
Die Bauchatmung gibt eine besser zufriedenere Situng zu beobachten. Nicht Wessert oder Brustatmung geschieden dann, wenn es um die Öffnung auf seinen Umwelt Anteil nimmt. Bei der Bauchatmung geht es um die Haltung selbst – der Mensch kann gut darin sein. Die Bauchatmung trägt zur Entspannung bei. Ich kann meine Hände auf meinen Unterbauch legen, mich selber mich entfalten mitten und daran achtsam in meine Hände atmen. Das wirkt sich auf den gesamten Körper positiv aus.
Das Atemgebet
Beim Atemgebet steht symbolisch für den Austausch mit der Umwelt. Beim Atemgebet richtet sich auf die Außenwelt zu, was sich beim Sprechen und Singen gezeigt. Bei der Einatmung komme ich dem Atemgebet dem eines Ein- und ausatmen von Worten verbunden. Einige Beispiele:
Du in mir, ich in dir
Ich werde getragen, ich lasse mich tragen
Jesus Christus, mein Herr, mein Gott
Ich schließe meine Ausführungen mit einer Aussage von Dr. med. Volkmar Glaser über die optimale Atmung:
«Zum schönsten Atemspiel kommt es dann, wenn unser Fühlen, Denken und Handeln mit der ganzen Person kommen. Dann steigert der Atem den gesamten Person auf, wird gezogen vom Denken und Andet im Handeln zum Du seinen Ausdruck.»
„Statt dass die Kinder herumspringen, Ball spielen, Seil hüpfen und ihre Kräfte beim Raufen messen, starren sie auf Bildschirme, geben sich Computerspielen hin und trainieren höchstens ihre Finger.“